Die Ernährung der Deutschen – Schluss mit der Geschmacklosigkeit!

Wir essen zu billig und denken zu wenig über unser Essen nach.
Das ist der eigentliche, der permanente Lebensmittelskandal.
Ein Aufschrei am Rande der Verzweiflung.
Von Jakob Strobel y Serra

“Beim Essen verhalten wir uns wie die drei berühmten buddhistischen Affen, die nichts Schlechtes sehen, nichts Schlechtes hören und nichts Schlechtes sagen wollen; nur dass wir nicht weise sind.
Denn wir sehen nicht, dass wir uns von Ramsch ernähren. Wir wollen nicht hören, welcher Dreck in unserer Nahrung steckt. Und wir sagen nichts, weder anklagend noch selbstkritisch, wenn wir uns von der Nahrungsmittelindustrie mit falschen Versprechungen in die Falle locken lassen.”

Vollständiger Artikel bei FAZ.de

Veröffentlicht unter Presse

Warum in Dehrenberg von 580.000 Masthühnern künftig 24.000 pro Jahr schon im Stall sterben sollen

Ruinöse Hähnchen-Vertragsmast

Angesichts von mancherlei lobbyistischer Schönfärberei der agrarindustriellen Hähnchen-Vertragsmast hier eine aktuelle Kalkulation für einen Stall mit 40.000 Mastplätzen ( für Dehrenberg sind 2 davon mit zusammen 80.000 Tieren geplant, die meisten Zahlen sind somit zu verdoppeln!)

Angesetzt wurde eine durch Baupreissteigerungen und Gutachten mittlerweile auf 570.000 Euro erhöhte Investitionssumme (Angaben nach Pieper, Landwirtschaftskammer Nieder-sachsen, Wochenblatt Westf.-Lippe 43/2011), mit 3,5% fremdfinanziert. Außerdem die produktionstechnischen Daten des oberen Viertels der Betriebe im Betriebsvergleich der Landwirtschaftskammer Niedersachsen – nämlich  2,368 kg Verkaufs-Lebendgewicht, 38,6 Masttage, 1,65 Futterverwertung, 4,16% Verluste, 7,27 Durchgänge pro Jahr mit 290.800 eingestallten Tieren (Geflügeljahrbuch 2012, S. 64):

Bei 2,368 kg Lebendgewicht und aktuellen Verkaufspreisen von 0,848 Euro je kg LG ergibt sich unter Abzug der Tier-Verluste für die 278.700 abgelieferten Tiere ein Verkaufserlös von 559.650 Euro. Zusammen mit dem Wert von 300 Tonnen Hähnchenmist a 24 Euro (7.200 Euro) ergibt das einen Gesamterlös von 566.850 Euro pro Stall und Jahr.

Abzuziehen sind die variablen Kosten: Erstens das Futter für die im Durchschnitt gefütterten 284.750 Tiere – bei 2,368 kg Endgewicht und einer Futterverwertung von 1,65 sind dies 1.112.575 kg, beim aktuellen Futterpreis von 335 Euro/t also Futterkosten von 372.712 Euro. Zweitens die Kosten für Küken von 0,34 Euro/Tier (98.872 Euro). Drittens Sonstige Direktkosten (Tierarzt, Medikamente, Desinfektionsmittel, Heizen, Strom, Wasser, Fremdlohn für Ausstallung etc.) in Höhe von 58.663 Euro (Geflügeljahrbuch 2012). Die Summe der variablen Kosten ergibt 530.247 Euro.

Zusammen mit Gebäude-Fixkosten für AfA und Zins in Höhe von 38.475 Euro ergeben sich Gesamtkosten in Höhe von 568.722 Euro. Nach Abgleich mit obigen Gesamterlösen von 559.650 Euro ergibt sich aktuell ein jährlicher Verlust von 9.072 Euro oder 3,3 Cent je verkauftem Tier. Und das bei den oberen 25% der Mäster! Die durchschnittlichen Mäster verlieren pro Masthuhn aktuell fast das Dreifache, und die unteren 25% der Mastbetriebe legen ja schon seit Jahren viel Geld dazu.

Gleichzeitig warnen Experten wie Prof. Windhorst (Uni Vechta) vor der weiter anwachsenden, ruinösen Überproduktion im Verdrängungskampf der Schlachtkonzerne. Selbst wenn der Verbrauchszuwachs der letzten zehn Jahre so weiter gehen würde, könnte das bisherige Markt- und Preisgleichgewicht jährlich maximal 80 weitere Ställe (a 40.000 Plätze) verkraften. Geplant, beantragt und gebaut werden derzeit bundesweit sage und schreibe 900 Ställe…

Eckehard Niemann, Dipl.Ing.agr., 29553 Varendorf, 0151-11201634

Ergänzung:
Der Wert des Hühnertrockenkots ist betriebsindividuell zu kalkulieren: In den Intensiv- bzw. Überschussregionen bekommen die Mäster für den zu anderen (überregionalen) Abnehmern transportierten HTK kaum etwas oder müssen sogar dazuzahlen. In Ackerbauregionen ist der obige Wert anzusetzen, abzüglich Ausbringungskosten und evt. Pflanzenschutz-Mehraufwendungen für Problemunkräuter wie Hirse, die evt. mit dem HTK eingeschleppt werden

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Wir Dorfbewohner fragen den Bauherrn: Ist es das wirklich wert, dass sich eine Familie im Dorf auf Kosten aller anderen Dorfbewohner und zu Lasten der Tiere und der Umwelt diesem finanziellen Risiko aussetzt?

Politik will Massentierhaltung begrenzen

Quelle Fotolia

Wie die Dewezet in ihrer Ausgabe vom 09.03.12 berichtete begrüßt der Niedersächsische Landkreistag (NLT) in einer Presseerklärung vom 21.2.12 Änderungsvorschläge für Maststallbauten im Außenbereich. Der NLT bezieht sich auf einen Entwurf des Bundesbauministeriums unter Minister Ramsauer (CSU) zur Entprivilegierung gewerblicher Stallbauten (im Amtsdeutsch “Tierhaltungsanlagen” genannt), zumal mit dieser neuen Regelung Vorbelastungen durch bereits vorhandene Ställe berücksichtigt werden müssen.
Leider wird das Vorhaben des Dehrenberger Antragstellers auf eine Hähnchenmaststallanlage für 80.000 Tiere von einer derartigen Gesetzesnovelle nicht direkt betroffen, da dieses Vorhaben knapp unterhalb der Grenze zum gewerblichen Betrieb liegt und noch als “landwirtschaftlicher Betrieb” gilt.
Unter dieser Bezeichnung versteht man Betriebe, die genügend Flächen bewirtschaften für die theoretische (!) Erzeugung der Hälfte des benötigten Futters (sog. abstrakte Futtergrundlage). Für diese Betriebe soll sich die Privilegierung nicht ändern und eine sog. Umweltverträglichkeitsprüfung weiterhin nicht verpflichtend sein.

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Wie können wir den Boom in der Massentierhaltung stoppen?

Podiumsdiskussion in der Aerzener Domänenburg am 20.02.2012

Podiumsdiskussion in der Aerzener Domänenburg am 20.02.2012

Der Saal in der Domänenburg in Aerzen am Rosenmontag (!) war bis zum letzten Platz gefüllt, so groß ist das Interesse der Bürger aus Aerzen und Umgebung an dieser Thematik, die nach den Medienberichten besonders der letzten Monate an Brisanz erheblich zugenommen hat. Gleich zu Beginn überreichte der Sprecher der BI-Dehrenberg, Dr. Ludger Frieler, weitere 1834 Unterschriften an Herrn Müller vom Landkreis Hameln/Pyrmont nachdem bereits im letzten Jahr 1202 Unterschriften an die Gemeinde Aerzen übergeben wurden.
Die Massentierhaltung mit ihren unsäglichen negativen Folgen für Menschen und ihre Gesundheit, für die Kreaturen in den Riesenställen und für unsere Umwelt veranlasst immer mehr Bürger, sich gegen die auf Profit ausgerichteten Lobbyisten der industriellen Tierhaltung zu wehren.

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